KfW-Effizienzhaus Denkmal EE

Altbau von 1896, Bonn 53225

Ein Gebäude, bei dem fast alles, was eine normale Sanierung ausmacht, nicht erlaubt war. Der Grundbestand bleibt erhalten — optimiert wird alles, was man nicht sieht.

1896
Baujahr — massives Mauerwerk, historische Fassade
Denkmal EE
Erreichter Standard inklusive Erneuerbare-Energien-Klasse
Fassade
Bleibt vollständig erhalten — keine Außendämmung möglich
n. n.
Gemessener Verbrauch — wird nach der ersten vollständigen Heizperiode ergänzt

Die Ausgangslage

Ein Gebäude aus dem Jahr 1896 mit erhaltenswerter Fassade. Massives Mauerwerk, historische Fenstergliederung, gewachsene Bausubstanz mit allem, was 130 Jahre Nutzung hinterlassen: mehrfach überarbeitete Oberflächen, unterschiedliche Putzsysteme, Leitungen aus vier Jahrzehnten.

Der übliche Werkzeugkasten der energetischen Sanierung war hier weitgehend gesperrt. Kein Wärmedämmverbundsystem, kein Standardfenster, keine Solaranlage im Straßenbild. Was bleibt, ist die Frage: Wie erreicht man einen Effizienzhaus-Standard über die Bauteile, die verändert werden dürfen?

Der Denkmal-Standard ist kein Trostpreis

Das KfW-Effizienzhaus Denkmal ist ein eigener Standard für Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Substanz. Er erkennt an, dass die Anforderungen an die Gebäudehülle hier anders anzusetzen sind — und er ist damit häufig der einzige Weg, ein solches Gebäude überhaupt förderfähig zu sanieren.

Die Erneuerbare-Energien-Klasse kommt hinzu, wenn die Wärmeversorgung überwiegend regenerativ erfolgt. Genau hier liegt der Hebel im Denkmal: Was an der Hülle nicht geht, wird über die Anlagentechnik ausgeglichen.

Reihenfolge im Denkmal: erst die Behörde, dann die Planung

Wir stimmen im geschützten Bestand die grundsätzliche Machbarkeit mit der Unteren Denkmalbehörde ab, bevor geplant und kalkuliert wird. Der umgekehrte Weg — planen, kalkulieren, einreichen, abgelehnt werden — kostet Monate und macht jede Terminzusage wertlos. Diese Abstimmung ist Teil unserer Leistung, keine Zusatzposition.

Der Ansatz

Vier Hebel, wenn die Fassade tabu ist.

01

Innendämmung

Kapillaraktiver Aufbau, der anfallendes Kondensat aufnehmen und wieder abgeben kann — mit Feuchteschutznachweis und Detailplanung an Balkenköpfen und einbindenden Innenwänden.

02

Bauteile ohne Denkmalrelevanz

Dach, oberste Geschossdecke und Kellerdecke sind von außen nicht sichtbar. Hier lässt sich mit hohen Dämmstärken arbeiten und ein erheblicher Teil des Defizits an der Fassade ausgleichen.

03

Fensterkonzept

Ertüchtigung des Bestands, Nachbau nach historischem Vorbild mit modernem Glasaufbau oder innenliegendes Vorsatzfenster — abgestimmt mit der Denkmalbehörde, nicht aus dem Katalog gewählt.

04

Anlagentechnik

Wärmepumpe mit Aufstellort außerhalb des geschützten Erscheinungsbilds, Flächenheizung wo möglich, sonst gezielt getauschte Niedertemperatur-Heizkörper. Die EE-Klasse kommt über die Erzeugung.

Der kritische Punkt: der Balkenkopf

Bei Innendämmung von Altbauten liegt das größte Risiko dort, wo hölzerne Deckenbalken in die Außenwand einbinden. Nach der Dämmung liegt dieser Bereich kälter als vorher, und weil er im Mauerwerk steckt, kann er schlecht austrocknen. Wer dort nichts unternimmt, verlagert einen Schaden in ein Bauteil, das tragende Funktion hat.

Wir behandeln Balkenköpfe deshalb als eigenes Planungsdetail: Bestandsaufnahme des Holzzustands, Keilförmige Dämmkeile im Anschlussbereich oder gezielte Aussparungen, Sicherstellung der Hinterlüftung. Das ist Aufwand, der im Angebot sichtbar wird — und der Grund, warum unsere Innendämmung nicht der günstigste Posten im Markt ist.

Was wir daraus mitnehmen

Denkmalsanierung ist keine reduzierte Sanierung, sondern eine andere. Sie verlangt mehr Bauphysik, mehr Abstimmung und mehr Detailplanung — und sie belohnt das mit einem Gebäude, das seinen Charakter behält und trotzdem mit einer Wärmepumpe betrieben werden kann.

Für Eigentümer ist zudem die steuerliche Seite relevant: Für Baudenkmäler ermöglichen die §§ 7h und 7i EStG eine erhöhte Absetzung der Modernisierungskosten. Das erfordert eine Bescheinigung der Denkmalbehörde und die Abstimmung mit Ihrem Steuerberater — wir liefern dafür die baufachliche Grundlage.

Hinweis zu den Angaben

Aus Rücksicht auf die Eigentümer nennen wir keine vollständige Adresse. Gemessene Verbrauchswerte veröffentlichen wir erst nach einer vollständigen Heizperiode; berechnete Werte stammen aus den Planungsunterlagen.

Altbau oder Denkmal?

Wenn Ihnen andere Anbieter gesagt haben, bei Ihrem Gebäude gehe energetisch nichts: Das stimmt selten. Es geht nur anders. Sprechen Sie uns an.