Wärmeverteilung & Fußbodenheizung

Eine Wärmepumpe ist nur so gut wie die Fläche, über die sie ihre Wärme abgibt. Wer die Verteilung nicht mitsaniert, kauft ein effizientes Gerät und betreibt es ineffizient. Hier entscheidet sich, ob aus einer Jahresarbeitszahl von 3,2 eine von 4,5 wird.

Jedes Grad Vorlauftemperatur kostet Geld.

Als Faustwert gilt: Etwa 2,5 Prozent Effizienz je Kelvin. Der Unterschied zwischen einer Anlage, die mit 50 °C fährt, und einer, die mit 33 °C auskommt, liegt damit im Bereich von 30 bis 40 Prozent Stromverbrauch — bei identischem Gerät, identischem Haus, identischem Winter.

Große Flächen bei niedriger Temperatur schlagen kleine Flächen bei hoher Temperatur. Deshalb ist die Fußbodenheizung im Bestand kein Komfortzubehör, sondern die wirtschaftlich sinnvollste Ergänzung zur Wärmepumpe. Wo sie baulich nicht geht, ersetzen wir gezielt die Heizkörper, die es brauchen — und nur die.

Der hydraulische Abgleich ist keine Formsache

Ohne Abgleich versorgt sich der Raum am kürzesten Rohrweg zuerst, der am weitesten entfernte bleibt kalt — und die Regelung kompensiert das mit höherer Vorlauftemperatur für alle. Wir führen den Abgleich nach Verfahren B durch, also auf Basis einer raumweisen Heizlastberechnung. Das ist zugleich die Variante, die für die BEG-Förderung verlangt wird.

Fußbodenheizung im Bestand

Drei Wege in ein bestehendes Gebäude.

Welcher Aufbau passt, hängt an der verfügbaren Aufbauhöhe, am Zustand des Estrichs und daran, ob die Räume ohnehin entkernt werden.

01

Nassaufbau

Rohre auf Dämmung, darüber neuer Estrich. Beste Wärmeverteilung und hohe Speichermasse, aber die größte Aufbauhöhe (typisch 70–110 mm) und Trocknungszeiten. Erste Wahl, wenn der Estrich ohnehin herauskommt.

02

Trockenaufbau

Systemplatten mit Wärmeleitblechen, darüber Trockenestrichelemente. Deutlich geringere Aufbauhöhe (ab etwa 25 mm) und sofort belegbar. Reagiert schneller, speichert weniger.

03

Fräsverfahren

Nuten werden in den vorhandenen Estrich gefräst und die Rohre eingelegt. Praktisch keine zusätzliche Aufbauhöhe, Türen und Treppenanschlüsse bleiben, wo sie sind. Setzt einen tragfähigen, ausreichend dicken Estrich voraus.

Was wir vorher prüfen

Aufbauhöhe und Türanschlagshöhen, Estrichdicke und Tragfähigkeit, Feuchte im Bestand, Deckenkonstruktion (Holzbalken oder massiv), Lage vorhandener Leitungen und der resultierende Wärmestrom nach unten. Erst danach empfehlen wir ein Verfahren — nicht umgekehrt.

Leistungsstufen

Speicher und Heizflächen — drei Stufen zur Wahl.

GEG BEG · empfohlen Luxus
Pufferspeicher 200–300 Liter, kombiniert mit separatem Warmwasserspeicher 200 Liter 300–500 Liter Kombispeicher oder getrennte Systeme mit Frischwasserstation Hygienespeicher 500–800 Liter mit Aufnahme für Solarwärme oder PV-Strom
Warmwasser Indirekt beheizter Speicher mit Heizstab für die Legionellenspülung Frischwasserstation — hygienisch, legionellensicher — oder 300-Liter-Speicher Frischwasserstation mit Zirkulation und Legionellen-Monitoring
Heizflächen Bestehende Heizkörper, Tauschempfehlung für Niedertemperatur-Typen bei Bedarf Fußbodenheizung nass oder trocken verlegt, Einfräsung im Bestand möglich Fußbodenheizung plus Wand- oder Deckenheizung mit passiver Kühlung im Sommer
Vorlauftemperatur 50–55 °C — führt zu einer spürbar niedrigeren Jahresarbeitszahl 30–35 °C — der ideale Bereich für die Wärmepumpe 28–32 °C, Kühlmodus 18–20 °C
Ergebnis Funktioniert, reduziert aber die Effizienz der Wärmepumpe dauerhaft Maximiert Jahresarbeitszahl und Förderfähigkeit Ganzjährig behaglich, sehr niedrige Betriebskosten

In allen Stufen enthalten

  • Raumweise Heizlastberechnung als Grundlage der Auslegung
  • Rohrnetzberechnung und Auslegung der Heizkreise
  • Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B mit Protokoll
  • Einzelraumregelung — nach GEG Pflicht und förderrelevant
  • Austausch der Heizungspumpe gegen ein Hocheffizienzmodell
  • Spülung des Bestandsnetzes vor Anschluss der neuen Erzeugung

Kühlen im Sommer

Eine Flächenheizung kann im Sommer auch kühlen. Bei passiver Kühlung wird kühles Wasser durch die Flächen geführt, ohne dass der Verdichter arbeitet — der Stromverbrauch ist minimal.

Die Grenze ist bauphysikalisch: Die Oberflächentemperatur darf den Taupunkt der Raumluft nicht unterschreiten, sonst schwitzt der Boden. Wir planen dafür eine Taupunktüberwachung ein und legen die Vorlauftemperatur entsprechend fest. Ohne diese Regelung ist Flächenkühlung ein Feuchteschaden mit Ankündigung.

Häufige Fragen

Muss ich für eine Fußbodenheizung ausziehen?

Beim Nassaufbau in der Regel ja, zumindest etagenweise — der Estrich braucht Trocknungszeit und die Räume sind nicht nutzbar. Trockenaufbau und Fräsverfahren lassen sich raum- oder etagenweise organisieren. Wir planen die Bauabschnitte so, dass Sie im Haus bleiben können, wenn Sie das wünschen; es verlängert die Bauzeit, kostet aber weniger als eine Zwischenmiete.

Reicht es nicht, nur die Heizkörper zu tauschen?

Manchmal ja. Bei gut gedämmten Gebäuden mit ausreichend großen Räumen erreichen Niedertemperatur-Heizkörper Vorlauftemperaturen um 40 °C. Das ist deutlich besser als 55 °C und deutlich günstiger als eine Fußbodenheizung. Wir rechnen beide Varianten und legen die Zahlen nebeneinander — Investition, erwartete Jahresarbeitszahl und Betriebskosten über zwanzig Jahre.

Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und B beim Abgleich?

Verfahren A schätzt die Heizlast überschlägig, Verfahren B berechnet sie raumweise. Für die BEG-Förderung wird Verfahren B verlangt. Wir führen ausschließlich Verfahren B durch — auch bei ungeförderten Projekten, weil die Berechnung ohnehin für die Auslegung gebraucht wird.

Fußbodenheizung im Altbau?

Sagen Sie uns Deckenkonstruktion, ungefähre Aufbauhöhe und ob die Räume entkernt werden. Damit lässt sich meist schon eingrenzen, welches Verfahren infrage kommt.